Wie entsteht eine Dürre in Deutschland?

Dürre entsteht selten plötzlich. Meist entwickelt sie sich über Wochen oder Monate, wenn Niederschläge ausbleiben und gleichzeitig hohe Temperaturen auftreten. In dieser Zeit verliert der Boden kontinuierlich Wasser durch Verdunstung und durch die Aufnahme durch Pflanzen.

Entscheidend ist dabei nicht nur der fehlende Regen. Auch Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind und die Eigenschaften des Bodens bestimmen, wie schnell Wasser aus dem Boden verschwindet.

Meteorologische Dürre: Wenn der Regen ausbleibt

Am Anfang einer Trockenperiode steht meist ein Niederschlagsdefizit. Meteorologen sprechen von meteorologischer Dürre, wenn über längere Zeit deutlich weniger Regen fällt als im langjährigen Durchschnitt.

Solche Situationen entstehen häufig durch stabile Hochdrucklagen über Mitteleuropa. Diese blockieren feuchte Luftmassen vom Atlantik. Die Folge sind sonnige, trockene Wetterphasen mit wenig oder gar keinem Niederschlag.

Landwirtschaftliche Dürre: Der Boden trocknet aus

Wenn die Trockenheit anhält, sinkt die Bodenfeuchte zunehmend. Der Oberboden verliert Wasser durch Verdunstung und durch Pflanzenwachstum. In dieser Phase spricht man von landwirtschaftlicher Dürre.

Pflanzen können dann weniger Wasser aufnehmen. Besonders betroffen sind junge Pflanzen oder Kulturen mit flachen Wurzeln. In der Landwirtschaft kann das zu Wachstumsproblemen oder geringeren Erträgen führen.

Hydrologische Dürre: Auswirkungen auf Flüsse und Grundwasser

Hält die Trockenperiode länger an, wirkt sie sich auch auf Gewässer und Grundwasser aus. Flüsse führen weniger Wasser, Seen können sinken und auch das Grundwasser kann langfristig zurückgehen.

Diese Phase wird als hydrologische Dürre bezeichnet. Sie tritt oft zeitverzögert auf, weil Wasser erst durch mehrere Bodenschichten versickern muss, bevor es Flüsse und Grundwasser erreicht.

Warum Hitze eine Dürre verstärkt

Hohe Temperaturen verstärken Trockenperioden deutlich. Warme Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch die Verdunstung aus Böden, Pflanzen und Gewässern zunimmt.

Besonders im Sommer kann eine Kombination aus Hitze und wenig Niederschlag dazu führen, dass Böden sehr schnell austrocknen. Selbst einzelne Regenfälle können diesen Wasserverlust oft nur kurzfristig ausgleichen.

Warum sich Böden unterschiedlich schnell austrocknen

Wie stark eine Region von Dürre betroffen ist, hängt auch vom Bodentyp ab. Sandige Böden speichern Wasser nur kurz und trocknen schnell aus. Lehmböden oder tonhaltige Böden können dagegen deutlich mehr Wasser halten.

Auch die Vegetation beeinflusst den Wasserhaushalt. Wälder, Wiesen und landwirtschaftliche Flächen verdunsten unterschiedlich viel Wasser und reagieren daher unterschiedlich auf Trockenperioden.

Dürre entsteht durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren: zu wenig Niederschlag, hohe Temperaturen und zunehmende Verdunstung. Zunächst trocknet der Oberboden aus, später können auch Flüsse, Seen und Grundwasser betroffen sein. Wer diese Entwicklungsschritte kennt, versteht besser, warum sich Trockenperioden oft über längere Zeit aufbauen und nicht mit einem einzigen Regentag beendet sind.